Die elektrifizierte Alpina vor dem ErstflugViele Jahre war meine Alpina die erste Wahl wenn es um Schlepp-Erstflüge geht, weil sie einfach gut hinten dran hängt. Am Gaugen hat sich aber wieder einmal gezeigt, das man am Hang mit einem Segler ohne "Absaufversicherung" mitunter einfach immer den kürzeren zieht und nicht so oft fliegen kann, speziell bei schwachen Bedingungen. Daher nun der Schritt zur Elektrifizierung der Alpina, damit sie auch vom Nachwuchs mehr frequentiert werden kann.

Gestern war es nun soweit und die elektrifizierte Alpina konnte noch im alten Jahr ein neues Zeitalter eröffnen.
Davor waren aber noch einige Probleme zu lösen um den Eingriff in den Bestand so gering wie möglich zu halten.

Da der Hacker Antrieb im Skywalker einen sehr guten Job macht - wenn man mal vom Sound absieht - stand dieser auch für die Alpina auf dem Einkaufszettel, da beide Modelle in etwa die gleichen Kennwerte haben was Maße und Masse angeht. Da ich dem Skywalker neue GM 20x13 Luftschrauben gegönnt habe, waren die RFM 20x13 noch in der Bastelkiste. Dazu dann noch der Hacker A40-10S V2 mit 6.7:1 Getriebe. Der ist vom Gewicht her und nicht zuletzt preislich interessant und auch wie erwähnt schon im Skywalker im Einsatz.
Als Regler kommt ein YEP 90 zum Einsatz dessen BEC auf 5,7V eingestellt ist, da in der Alpina noch LV Servos ihren Dienst versehen. Aufgrund der guten Erfahrung mit dem Regler hab ich von einem zusätzlichen Angstakku abgesehen. BEC Ausfälle sind bei den modernen Komponenten eine große Ausnahme geworden. Die Stromtelemetrie übernimmt ein 8A SM-Sensor, der an das Linkvario mit angeschlossen wird.
Den 6s3800 Antriebsakku teilt sich die Alpina mit dem Skywalker damit nicht noch ein zusätzlicher Akku beschafft werden muss und die Aufrüstkosten sich im Rahmen bewegen. Der Akku weilt auf einer Rutsche hinter dem Ruderbrett, um schwerpunktmäßig ins Zielgebiet zu kommen. Die zuvor eingebaute Vorrichtung zur Ballastaufnahme musste in diesem Zug weichen, was aber kein Problem darstellt.
Der ursprünglich geplante Reisenauer 45mm Spinner mit 41mm Mittelstück (versetzt) wurde nicht verwendet, weil sonst die Schleppkupplungsöffnung verschwunden wäre. Da mich der schwarze RFM-Spinner am Skywalker schon immer gestört hat, ist dieser nun mit 40mm an der Alpina, wenn er hier auch einen Hauch zu klein ist, was aber nur bei genauem Hinsehen auffällt. Vorteil ist, das die RFM-Propeller einfach besser mit den RFM-Spinnern harmonieren und somit die Blätter recht gut am Rumpf anliegen im Gleitflug.

Der Erstflug fand gestern bei recht böigem Wind statt, das macht aber einer 5kg Alpina nix aus, da muss sie einfach durch. Die Motorleistung ist wie erwartet sehr angenehm und der Handstart absolut problemlos. Das Modell kann ohne Anlauf geworfen werden und steigt sicher weg. Ein Steigflug auf 200m erfordert rund 300mAh an Akkukapazität womit etwa 11-12 Steigflüge möglich sind. Die Feineinstellung muss in weiteren Flügen vorgenommen werden, da der böige Wind hierzu nicht wirklich geeignet ist. Das Mehrgewicht hat dem Modell aber nicht geschadete und es gleitet wunderbar. Auch die Kreisflugeigenschaften waren gut sodass die Schwerpunktlage schon im Zielbereich ist ohne jegliche Anpassungen. Das muss aber bei ruhigerem Wetter noch verifiziert werden.

Erstaunlich ist die Tatsache, das die Alpina beim den beiden ersten Flügen gestern mehr Flugzeit gesammelt hat als in allen Flügen zuvor in diesem Jahr. Eiene Bestätigung für die These, dass ein E_Antrieb in einem Segler in der "Ebene" sich extrem positiv auf das Nutzungsverhalten und die daraus resultierenden Flugzeiten auswirkt.
Gewichtsmäßig hat die Alpina durch diese Aktion etwas zugelegt und bringt 5130g auf die Waage. Das ist nur einen Hauch schwerer als in der Seglerversion mit 360g Ballast.

Bleibt zu hoffen das die so modifizierte Alpina weiterhin gut frequentiert wird. Zudem kann sie nach wie vor für F-Schlepps wie auch für Windenstarts verwendet werden. Nur der Flitschenhaken wurde entfernt weil nicht mehr notwendig.

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