Auf und Ab - Rolladenantrieb ferngesteuert

Als Modellflieger hat man ja eine gewisse Affinität zu Fernsteuerungen. Daheim sind dann aber Fernbedienungen eher zu finden. Wie man eine solche Fernbedienung fernsteuert möchte ich hier zeigen.

Es ist schon praktisch, wenn man die Rolläden motorisch auf- und zufahren kann. Da bei mir zuhause Gurtwickler installiert sind und der Einbau eines Rohrmotors einen erheblichen Aufwand bedeutet, wozu ich nicht bereit bin, fiel die Wahl schon vor Jahren auf Unterputz Gurtwickler von Rollotron (Rademacher), genauer gesagt den GW60 Gurtantrieb. Dieser zeichnet sich durch eine sehr kompakte Bauweise aus und bringt serienmäßig einen Sonnensensor mit, damit bei intensiver Sonneneinstrahlung, die Rolläden heruntergefahren werden können. So wird der Holz-Boden und die Möbel vor ausbleichen durch das Sonnenlicht geschützt und die Wohnung bleibt im Sommer angenehm kühl.

Zusätzlich verfügt der Antrieb auch noch über eine integrierte Zeitsteuerung, um die Rolläden abends zu schließen und am Morgen wieder zu öffnen. Diese Steuerung ist allerdings nicht so toll, denn sie funktioniert wie ein Zähler und Stromunterbrechnungen wie auch die Zeitumstellung führt hier immer wieder zu Verschiebungen. Daher war der Drang nach einer besseren, automatisierten Zeitsteuerung vorhanden.

Im Netz gibt es einige Umbauvorschläge dazu. Die einen greifen direkt am Motor an, was mir persönlich gar nicht behagt. Andere greifen die Tastenkontakte am Tastenfeld des Antriebes ab, was auch einen nicht unerheblichen Eingriff bedeutet, zumal insgesamt drei der vier Antriebe im Wohnzimmer "ferngesteuert" werden sollen. Daher hab ich die dritte Variante aufgegriffen.

Zwischenzeitliche Versuche, einen neuen Antrieb zu nutzen, mussten leider aufgegeben werden. Die Motivation hier war das doch nicht unerhebliche Geräusch des GW60 Antriebes durch einen moderneren ggf. zu reduzieren und so auch in den Genuss einer Heimautomatisierung zu kommen. Leider stellte sich heraus, dass die gängigen Modelle von Rademacher, Schellenberg und Co. allesamt viel zu groß für unseren vorhandenen Gurtwickler-Einbauschacht sind und der Rollotron GW60 die offenbar einzig passende Lösung darstellt. Also bleiben die alten Antriebe drin und das Geräusch ist nunmal wie es ist.

Daher wurden in einer ersten Aktion alle drei zur Fernsteuerung in Frage kommenden Antriebe mit einem optionalen Funkmodul (ZB40) versehen. Dies lässt sich einfach hinten im oberen Bereich in den Antrieb einschieben und wird über Federkontakte mit dem Antrieb verbunden. Die Empfangsantenne wird dann seitlich am Antrieb geführt, sodass von außen nicht erkennbar ist, das hier ein Funkmodul eingebaut ist. Mit der Funkfernbedienung kann man entweder jeden Rolladen einzeln, oder alle zusammen steuern. Und genau hier setzt meine Modifikation an.

Das Batteriefach der Fernbedienung bietet genug Platz für einen winzigen ESP32C3 SuperMini. Wenn man den mit Tasmota flasht, übernimmt er so die Steuerung der Fernbedienung und ist via WLAN und Webinterface extern erreichbar. Hierzu werden die entsprechenden Eingänge des Tastatur-Encoders (HCS362) angezapft und an den ESP32 geleitet. Da ich nur alle Rolläden gemeinsam auf und abfahren möchte, reichen hier die niederwertigsten beiden Bits S0 und S1, die an Pin 1 (S0) und Pin 2 (S1) zu finden sind. Ein Signal an S0 bewirkt dass Aufffahren aller drei Antriebe, während ein Signal an S1 die Antriebe hinunterfahren. Beide Pins gleichzeitig auf high bedeutet "Alle Stop". 

An S2 und S3 kann der Antrieb einzeln selektiert werden, also S2 an (high) bedeutet Antrieb 1, S3 bedeutet Antrieb 2 und S2 und S3 zusammen an ist dann Antrieb 3 alleine. Beide auf Null (also keine Ansteuerung) ist für alle zusammen vorgesehen. Die diesbezügliche Logiktabelle spare ich mir und kann bei Bedarf hier nachgelesen werden. Welcher Antreib welche Nummerierung hat, wird bei der Anmeldung der Handsender entsprechend festgelegt durch wählen des gewünschten Kanals.

Nachdem der ESP32C3 mit Tasmota geflasht und ins heimische WLAN integriert wurde, mussten noch die gewünschten Ausgänge zugeordnet werden. Um es einfach zu halten hab ich GPIO0 als S0 (Relais1) und GPIO1 als S1 (Relais 2) definiert. Das sieht in der Tasmota-Modul-Konfiguration dann so aus:

Um die Steuerung noch auf die entsprechenden Bedürfnisse anzupassen habe ich folgende Kommandos an der Tasmota Konsole verwendet:

Webbutton1 Alle auf
Webbutton2 Alle zu

Damit werden Namen der Schaltflächen im Webinterface anders beschriftet

Pulsetime1 10
Pulsetime2 10

Durch diesen Befehl wird die Schaltzeit der Relais auf 1s beschränkt. Das bedeutet das Relais zieht nur für 1s an.

Timezone 99
Sunrise 1

Latitude 48.123456
Longitude 8.123456

Hier werden noch die Zeitzone sowie der Standort und Modus für die "Astrofunktion" (bürgerlicher Sonnenuntergang) eingestellt.

Danach bekomme ich das Webinterface so dargestellt:

rolladen webinterface

Damit wäre der Softwareteil abgeschlossen. Nun muss der ESP32 noch den Weg in das Gehäuse der Fernbedienung finden. Dazu muss der vorgesehene Handsender zuerst an die zu steuernden Antriebe angelernt werden. Beim GW60 funktioniert das durch drücken der Auf-Taste zusammen mit der Sonnen-Taste für mehr als 4s, bis die LED schnell blinkt. Wenn das geklappt hat (Funktionstest) kann das Batteriefach sowie die Unterschale vorsichtig entfernt werden und die Knopfzelle entnommen werden.

Zuerst steht die Verkabelung an. Der Pin1 des HCS362 wird mit GPIO0 verbunden Pin2 entsprechend mit GPIO1. Die Masse wird am Abgriff des Minuspol der Batteriehalters gelötet. Der 3,3V Ausgang des ESP32 dient zur Versorgung des Funksenders, Daher wird der 3V3 Pin des ESP mit dem Plusabgriff des Batteriehalters verbunden.

Die Platine im Handsenmder eingebaut

Das winzige ESP32-Modul wird dann mit Heißkleber im Handsendergehäuse fixiert. Damit genug Platz vorhanden ist, muss ein kleiner Teil der Platine an der Stirnseite abgeschnitten werden, damit das Modul dort hinpasst. So ist sichergestellt, dass der USB-C Port von außen zur Stromversorgung gut zugänglich ist.

Mit aufgeclipster Unterschale sieht die Sache dann so aus.

Eingebauter Zustand

Abschließend muss in das Batteriefach noch ein kleiner Ausschnitt geschaffen werden, damit die USB-C Buchse Zugang zur Außenwelt bekommt. Dort wird nun ein USB-Netzteil mittels passendem Kabel angeschlossen und an einer unauffälligen Stelle im Wohnzimmer platziert.

Dank dieser Modifikation ist es nun möglich einerseits eine der noch vorhandenen (angelernten) Fernbedienungen (bei den drei Funkmoduilen lag jeweils eine Fernbedienung mit dabei) ganz normal zu nutzen oder den modifizierten Handsender mittels Tasmota-Timern die Rolläden zusammen zu festgelegten Zeiten auf- bzw. zuzufahren.

In meinem Fall fahren die Rolläden jeden Morgen zu einer festen Zeit auf und abends eine Stunde nach zivilem Sonnenuntergang entsprechend zu.

Login

Termine

11 Apr.
Saison Opening
Datum 11.04.2026 13:00

Anfliegen mit anschließendem Essen ab ca.17 Uhr

14 Juni
Elektro-Pokalfliegen
14.06.2026 13:00

Elektro-Pokalfliegen auf dem Fluggelände.

18 Juli
Freundschaftsfliegen
18.07.2026 13:00 - 19.07.2026

Fliegen mit Freunden

10 Okt.
Saisonabschluss
10.10.2026 13:00

Abschlussfliegen mit anschließendem Essen ca. 17 Uhr