Die Sword-Reglerserie erfreut sich bei mir einer guten Verbreitung, weil die Regler günstig sind, ein stabiles, einstellbares und leistungsfähiges BEC besitzen zur Versorgung der RC-Anlage und dabei noch recht kompakt daherkommen. Alles wichtige Eigenschaften, wenn man ausschließlich E-Segler im Hangar stehen hat. Nur ein wichtiges Feature hat der Sword, verglichen mit der Jeti-Mezon-Serie nicht. Man kann ihn nicht abschalten. Mit etwas Reverse-Engineering hab ich das nun fast zum Nulltarif nachgerüstet.

Eine Sektion durch Entfernen des Schrumpfschlauches brachte zutage, dass der Sword für das BEC einen Schaltregler vom Typ MP9928 einsetzt. Dieser besitzt an Pin 2 einen sog. Enable-Eingang, also einen Eingang, mit dem der Regler ein bzw. abgeschaltet werden kann, wie fast jeder aktuelle Schaltregler. Liegt dort eine Spannung von mehr als etwa 1.2V an, schaltet der Regler aktiv. Liegt er auf Masse, schweigt der Regler. Ganau das kann man sich zunutze machen, will man den Regler "ferngesteuert" als beispielsweise über einen Magnet- oder RC-Schalter ein- bzw. ausschalten. Standardmäßig ist Pin 2 mit einem Pullup-Widerstand an Betriebsspannung geklemmt, also immer eingeschaltet.

Der Sword 80 aus der Nähe betrachtet
Daher wurde an einer Stelle auf der Leiterplatte, die zum Pin 2 des MP9928 führt (an einem Kondensator) und Massepotential ein dünnes Kabel mehr oder weniger kunstvoll angelötet. Das ist bei derart kleinen Bauteilen gar nicht so einfach. Das Kabel wurde dann mit Heißkleber gesichert (Zugentlastung) und nach einem Funktionstest der Regler neu eingeschrumpft.

Nun lässt sich der Sword-Regler bei angestecktem Versorgungsakku, ferngesteuert ein- bzw. abschalten. Um die Sache auch ausfallsicher zu gestalten ist ein Kurzschluss der beiden Adern nötig, um den Regler abzuschalten (wir erinnern uns, der Pin 2 wird so auf Masse gelegt). Bei einem Schalterausfall oder Kabelbruch ist der Regler definitiv eingeschaltet.
Durch den vorgelagerten 3,3V Linearregler, der den µC versorgt und den Betrieb durch eine rote LED anzeigt beträgt die Stromaufnahme im Standby-Modus um die 15mA. Dies ist zwar viel mehr als bei den Mezon-Reglern, die nur wenige µA verbrauchen, spielt aber im Flugbetrieb, wo das Modell nur kurze Zeit ungenutzt am Boden liegt (z.B. in Ladepausen), keine Rolle.
Die Sicherheit gegen ungewolltes Anlaufen des Motors ist auch gegeben, da die RC-Anlage ja abgeschaltet ist und somit kein Reglersignal vorhanden ist. Da wir hier von Brushless-Motoren reden, die ein Wechselfeld benötigen um sich zu bewegen ist kein selbstanlaufen möglich, wenn beispielsweise eine Endstufe Schaden nehmen würde. Das sähe bei Bürstenmotoren anders aus.

Der modifizierte Sword 80 (Version 1)Ich würde mich freuen, ein solches Feature, das ja bei so gut wie jedem Regler mit einstellbarem BEC intern ungenutzt schlummert, von den Herstellern auch genutzt würde. Sei es nur duch entsprechende Lötpads auf der Leiterplatte oder gar entsprechend herausgeführete, isolierte Kabel. Wer mit der Funktion nichts anfangen kann, darf die Kabel dann kürzen oder einfach so belassen und hat dadurch keinen Nachteil. Diejenigen, die das begrüßen, freuen sich umso mehr über die zusätzliche Funktionalität ganz ohne nenneswerten Mehraufwand.

Mittlerweile wird die Version 2 der Sword-Reglerserie angeboten, die nicht kompatibel zur Gernation 1 sein soll, da verschiedene Programmierkarten nötig sind. Bleibt abzuwarten, ob die Version 2 auch abschaltbar gemacht werden kann.

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