Mit der Fertigstellung der Tragflächen ist ein weiterer Meilenstein bis zum Erstflug geschafft. Dabei war der Arbeitsaufwand sehr überschaubar, handelt es sich doch weitestgehend um den Einbau der Servos, die Anlenkung sowie die Verkabelung.

Da die Tragflächen bereits komplett foliert (Selbstklebefolie OraCal) sind, musste an den Servoschächten und den Austrittsöffnungen der Anlenkung die Folie vorsichtig angeschnitten und nach innen umgeschlagen werden.

Danach wurden die beiliegenden Ruderhebel befestigt. Hierzu muss erst einmal die Lage angezeichnet werden um dann einen schmalen Schlitz vorsichtig in das Ruder zu fräsen. Hierbei ist auf die richtige Lage des Anlenkpunktes zu achten. Da keine Anleitung beiliegt hab ich kurzerhand die Werte des Schwestermodells Alpina 5001 verwendet und die Querruderanlenkung etwa auf die Scharnierline gelegt, die Wölbklappen in Flugrichtung etwa 5mm davor, damit genügend Butterfly-Ausschlag nach unten möglich ist. Um die Hebel durchgängig gleich zu montieren hab ich kurz eine Klebevorrichtung gezeichnet und gefräst. Es gibt sicher bessere Lösungen, damit lassen sich die Ruderhörner aber einfach und immer gleich einkleben mit dem guten alten endfest 300, das ja dieser Tage schwer zu bekommen ist für den geneigten Endkunden.

Im nächsten Schritt kamen dann die Servorahmen an die Reihe. An den Wölbklappen ist ein KST A15 1810 am Werk, die Querruder werden von KST X10 angetrieben. Das ist mehr als genug, selct bei sehr flotter Bewegungsart.

Hier zeigte sich schnell, das die Servoschächte sehr knapp bemessen sind und eine Vergrößerung angesichts der folierten Oberfläche doch nur sehr schwer möglich ist. Hier wäre etwas größere Schächte, die den heutigen Lösungen mit Gegenlager Rechnung tragen wünschenswert. Also musste ich an den Servorahmen Hand anlegen und diese signifikant beschleifen, damit sie in die Schächte eingeführt werden können. festgeklebt wurden die Servoschäcte erstmals mit Ponal PU-Konstruktionsleim, da dieser duch sein Schäumverhalten Lücken schließt und trotzdem bombenfest aushärtet. Das spart auch den "kostbaren" endfest 300. Vor dem verkleben hab ich Servos und sonstige exponierten Teile mit Grundierwachs eingetrennt, damit die Servos auch ohne Gewalteinwirkung im Fehlerfall getauscht werden können.

Abschließend stand noch die Verdrahtung an. Ich bin absolut kein Freund von gelöteten Servokabeln und kann dieser Lösung keinerlei Vorteile abgewinnen. Daher hab ich alle Verbindungen im Flügel gecrimpt, damit die Servos im Fehlerfall nahezu werkzeuglos gewechselt werden können. Dabei zeigte sich aber auch, dass mein so hochgelobtes Premium-Servokabel von Reely absolut nicht für diese Anwendung taugt. Es ist viel zu zäh und lässt sich nur widerwillig biegen. Hier muss ich für das nächste Modell besseres Kabel (2x0,5 und 1x 0.14) finden.

Die Verbindung zum Rumpf geschieht über hochwertige, 9 polige Sub-D-Stecker. Am Außenflügel ist ein MPX-Steckerpaar in Verwendung, da mein Bestand an alten, grauen MPX-Steckverbindern erschöpft ist.

Die Herausforderung beim Sub-D-Stecker war flächenseitig der leicht versenkte Einbau. Hier waren meine Freihand-Fräskunste doch sehr überschaubar aber das Ergebnis ist brauchbar.
Rumpfseitig sind die Stecker mit Gummipuffern versehen und es wurden Gewindebuchsen an die Laschen gelötet, um die Montage zu vereinfachen. Dadurch sind die Stecker schwimmend gelagert und können sich an das Gegenstück anpassen. Bei Verwendung von Monoblocs ist eine einseitig lose Steckverbindung ziemlich sinnfrei, da der Monobloc mit ca. 8kg die Flächen an den Rumpf drückt und der lose Stecker bei der Montage eher ein Risiko (Klemmen bzw. unbeabsichtigtes Abreißen) darstellt, als einen Vorteil.

Die Befestigung der Außenflächen wird über die beiliegenden Multilocks bewerkstelligt. Diese sind für meinen Geschmack allerdings viel zu stramm weshalb ich einen Zahn aus der Veriegelung entfernt habe. Nun können sie mit einem beherzten Schlag gegen die Nasenleiste vom Innenflügel gelöst werden. Die Torsionsbolzen wurden mit Loctite hochfest gesichert.

Abschließend steht nur noch das Aufkleben der Schachtabdeckungen an sowie die Anbringung der Kennung und der leuchtroten Flügelspitzen, um die Sichtbarkeit in alpinem Gelände zu verbessern.

Zum Schluss steht noch die Verkabelung im Rumpf sowie das von mir gar nicht geliebte Thema Cockpitausbau und Haube aufkleben auf der Liste. Ich konnte mich lange genug davor drücken, nun ist es aber unausweichlich um dem Erstflug nahe zu kommen.

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