Der fertig umgebaute Fendt 1050 VarioEs ist schon so ein Kreuz mit der Modellfliegerei. Die Wartezeiten auf neue Modelle scheinen kein Ende zu nehmen. Da kommt man dann schon einmal auf andere Gedanken. So kommt es, dass ein "Spielzeugtraktor" der Fa. Bruder in meiner Werkstatt aufgetaucht ist.

Dabei handelt es sich um den Fendt 1050 Vario im Maßstab 1:16. Die Modelle von Bruder sind günstig, sehr detailreich und dennoch robust.

Doch so einfach ist die Geschichte nicht. Da muss ein Antrieb, Lenkung und Beleuchtung rein.

Die reversible Zerlegung des Modells in seine Einzelteile war soweit der schwierigste Teil der Mission. Hier haben die Entwickler ganze Arbeit geleistet und zahlreiche "Schnapper" mit Gegenhalter verwendet, was das Zerlegen zu einer aufwändigen Prozedur macht. Einige der Haken waren meinen Kräften wohl nicht gewachsen und gaben leider nach. Das hat auf des Endergebniss aber keine nennenswerten Auswirkungen.

Als Antrieb kommen zwei 12V Getriebemotoren (RB35 Klone) zum Einsatz die etwas mehr als 60 Umdrehungen/min bringen. Das sorgt für viel Kraft bei einer moderaten Geschwindigkeit. Jeder Motor wird über einen separaten Regler angesteuert. Die Stromversorgung übernimmt ein 3s LiIon Akku mit 2,2 Ah. Dieser ist im Bereich des Motors diskret unter der Frontklappen beheimatet. Die beiden Fahrtregler, von denen einer die Stromversorgung der RC-Anlage übernimmt, sind im mittleren Bereich unter dem Fahrerhaus untergebracht.
Die Motoren wurden in ein erwärmtes HT-40 PVC-Rohr eingeschoben und halten bombenfest. Diese Konstruktion wurde dann in die entsprechend freigemachte Stelle im Fahrzeugunterteil eingeschoben und dort mit Stabilit Express verklebt.
Einziges wirkliches "Profi-Zukaufteil" waren zwei Felgenadapter, die die Verbindung zwischen dem ausgefrästen Hinterrad und der Motorwelle herstellen.
Die Lenkung blieb fast original. Die Spurstange wurde entfernt und an die Achsschenkel Kugelköpfe angebracht zur Ansteuerung über ein 20mm Servo aus der Bastelkiste. Der Bereich, in dem das Servo (überkopf eingebaut) Platz findet wurde mit dem Dremel entsprechend vorbereitet. Das Servo ist so eingebaut, dass der Abtriebshebel genau auf die Spurstange zeigt und somit die Anlenkung recht einfach aber stabil ausgeführt ist. Befestigt wurde es mit Heißkleber da keine vernünftige Befestigung möglich war.

Zuletzt stand noch die Beleuchtung an. Diese wurde, wie auch schon in der FunCub XL, mittels einem umgeflashten Brushlessregler von Hobbyking realisiert. Zwei Kanäle realisieren das Blinklicht, der dritte Kanal schaltet das Licht, das mit 5mm LEDs an 20mA Konstantstromquellen im Bereich des Fahrerhauses verwirklicht wurde. Die Verdrahtung wurde mit Kupferlackdraht ausgeführt, da nur sehr geringe Ströme fließen.

Da die Reifen hohl und damit recht leicht sind wurden sie hinten mit HT-Rohr, vorne mit Joghurtbechersegmenten "ausgeschalt" und anschließend der Reifenbereich mit Sanitärsilikon-Restbeständen unterschiedlichster Farbtöne ausgefüllt. Das bringt ordentlich Kraft auf die Straße.

All dies wird von einem Jeti R6 gesteuert. Da beide Motoren individuell angesteuert werden, konnte ich mit etwas Aufwand eine elektronische Differenzierung programmieren. Hierbei wird bei Kurvenfahrten immer das kurveninnere Rad leicht gedrosselt und das Modell dadurch wesentlich wendiger. Dies konnte in der DC-16 mit 6 Mischern und 2 logischen Schaltern realisiert werden. Etwas kniffelig, da die Mischer ja nur im Fahrbetrieb eingreifen dürfen.

Ich denke dieser Umbau kann sich sehen lassen. Die Kosten hielten sich wegen der einfachen Umsetzung doch sehr im Rahmen.

Da immer noch kein Segler in Sicht ist, liegt aktuell ein Arocs 4-Achser Muldenkipper von Bruder zum Umbau in meiner Werkstatt.

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