rayx erstflug1Die Voraussetzungen waren alles andere als einem Modell in F3J/F5J-Auslegung würdig, aber ich hab mich dann trotz des starken, böigen Windes am vergangenen Sonntag auf den Platz getraut um den Ray X seinem Element zu übergeben.
Da noch keine Flächenschutztaschen sowie eine Modelltragetasche verfügbar war (beides ist bestellt) wurde kurzerhand beim Sharon geräubert um einen sicheren Modelltransport zu gewährleisten.
Aufgrund der CfK-Haube ist die Antennenverlegung noch temporär, da eine GfK Haube, die auch den GPS-Empfänger im Haubenausschnitt erfreut, bestellt ist.

Der Zusammenbau war schnell erledigt, nur die Befestigung des Mittelteils ist etwas fummelig, da hier die vordere Bohrung am Mittelteil etwas aus der Mitte ist und die Fläche somit ganz leicht schräg aufsitzt und dadurch auch die linke Wölbklappe leicht am Rumpf gestreift hat. Aber nach dem Anschleifen von Rumpf und Klappe läuft nun alles einwandfrei - trotzdem ärgerlich in dieser Preisklasse.
Um es kurz zu machen - der Erstflug war nicht so der Bringer. Es war einfach zu böig und ich hatte Mühe das Modell unbeschadet zu landen, weil unserere Platz-Leewalzen mal wieder einen ziemlich guten Tag hatten und die Landung massiv erschwerten. Daher hab ich es bei einem Flug mit kurzer Zwischenlandung belassen. Die Zwischenlandung war nötig, da die Tiefenruderzumischung beim Butterfly viel zu gering war. Das ist im Nachhinein aber auch logisch, hab ich doch einen viel größeren Wölbklappenausschlag beim Butterfly nach unten als in den Einstellungen vorgesehen. Nach der Erhöhung des Tiefenruderausschlages war das Flugverhalten mit Butterfly absolut neutral.
Die restlichen Einstellungen waren soweit in Ordnung, zuminderst soweit man das bei dem Wetter beurteilen konnte.

Die ersten richtigen Flüge folgten dann am gestrigen Montagabend. Das Wetter war toll und es ging kein Lüftchen. Thermik gab es aber auch keine. Ideale Bedingungen um alle Einstellungen zu überprüfen. Diese ware mit wenigen Trimmclicks aber gesetzt und ich konnte das total entspannte Flugverhalten genießen. Er gleitet schön langsam und wenn man verwölbt scheint er fast am Himmel zu kleben. Der totale Entschleunigungsflieger. Das Kreisverhalten scheint auch OK, das muss aber mal in der Thermik genauer angeschaut werden.
Flott kann er aber auch. Dies zeigt er aber deutlich mit Missfallen indem er recht laut wird. Der Durchzug ist dann auch F3J-typisch eher mittelmäßig aber dennoch in Ordnung für die angestrebte Nutzung. Auch Kunstflugeinlagen wie Rolle, Looping oder kubanische Acht gehen leicht von der Hand und der Ray X trägt es mit Fassung. Die Differenzierung scheint auch gut eingestellt zu sein, da die Rollen ganz gut aussehen.

Leider muss ich dennoch die Mission Ray X als teilweise gescheitert betrachten, denn das angestrebte Abfluggewicht des SharonPro 3.7 von 2250g konnte leider nicht erreicht, geschweige denn unterboten werden. Mit rund 2400g muss ich hier ein ganz klares "Fail" setzen. Wo die etwa 800g Zuladung geblieben sind, ist mir noch nicht klar. Ich hatte eher 600g auf der Rechnung. Das muss ich noch einmal genau untersuchen.

Ich frage mich wirklich, wie damals der Sharon aufgebaut wurde und warum all das Carbon beim Ray X sein muss, denn der Sharon hat in etwa die gleiche Festigkeit wie der Ray X. Warum ein Vollkohle-Rumpf bei einem F3J/F5J sein muss, verstehe ich einfach nicht. Zudem ist der Rumpf absolut 2G4 feindlich durch die Vollkohle. Ein weiteres Manko ist das im Heck platzierte Höhenruderservo, was bei einer F3J/F5J-Auslegung ziemlich daneben ist. Aber ich habe keinen Weg gefunden den vorhandenen Ruderhebel am Pendelruder gegen einen klassischen Umlenkhebel zu tauschen, um das zugehörige Servo vorne zu platzieren. Diese Tatsache musste ich vorne mit knapp 50g Trimmblei büßen, die noch in Akkukapazität umgewandelt wird.
Der Antrieb, ein Tenshock 1520/12T mit 5:1 Getriebe von Andy Reisenauer hingegen ist ein Sahnestück. Die 16x8er GM-Latte mit 29er Mittelstück und 30er Spinner liegt perfekt am Rumpf an. Besser geht es nicht.

Auf jeden Fall ist der Ray X ein schicker Floater mit dem ich sicher noch viel Freude haben werde. Vorausgesetzt das Wetter macht mit. Und hier scheint das Problem zu liegen denn die windstillen Tage werden irgendwie immer seltener.

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